„Blaue Zone“ geht auch einfacher

Gemeindenachrichten


Hansjörg Renner (Umweltgruppe), Stellvertretenden Bürgermeister Georg Ruf,Uwe Achilles (SPD)

Schon seit längerem drängten SPD und Umweltgruppe darauf das Thema „Ruhender Verkehr“ auf die Tagesordnung des Gemeinderates zu nehmen. Nach Meinung beider Fraktionen kommt es trotz des umfangreichen kostenfreien Parkplatzangebotes in Markdorf in vielen Bereichen der Kernstadt nach wie vor zu „wildem“ Parken, insbesondere im Bereich der Hauptstraße. Darüber hinaus verursachen Dauerparker unnötige Suchfahrten. Dieser inakzeptable Zustand ist nach Meinung von SPD und Umweltgruppe nur mit einer Erhöhung der Frequenz auf den zentral gelegenen Parkplätzen zu verbessern. Mit einer zeitlichen Bewirtschaftung des Parkraumes wäre eine effektivere Nutzung dieser Parkplätze zu erreichen. Grundsätzlich stehen aber beide Fraktionen zum kostenlosen Parken in Markdorf.

Andere Städte und Gemeinden mit dem gleichen Grundsatz haben bereits eine „Blaue Zone“ eingerichtet.
Ein entsprechender Antrag wurde von der SPD und Umweltgruppe gemeinsamen im März 2009 eingebracht. Dabei wurde die Verwaltung beauftragt eine Erhebung über die optimale Ausdehnung einer solchen „Blauen Zone“ durchzuführen und ein Konzept für deren Einrichtung zu erarbeiten. Im Kern sollte diese Zone mindestens die Parkplätze im Bereich der Hauptstraße, der unteren Stadtgrabenstraße und der Bussenstraße gegenüber der Stadthalle umfassen. Parallel dazu sollte die Verwaltung prüfen welche Möglichkeiten bestehen auf Teilzeitbasis, oder in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden einen Gemeindevollzugsbediensteten zu deren Kontrolle einzusetzen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.
Ein auf Markdorf durchaus übertragbares Konzept besichtigten Umweltgruppe und SPD Ende Oktober in Gottmadingen. Dort wurde 2007 mit geringen Investitionsmitteln und mit der gleichzeitigen Einsetzung einer Gemeindevollzugsbediensteten im Ortskern eine „Blaue Zone“ eingerichtet und dadurch eine deutliche Verbesserung der Parksituation erreicht. Ziel der Maßnahme dort war es Langzeitparker auf außerhalb der Zone liegende Parkplätze zu lenken und die Parkplätze im Ortskern Kurzzeitparkern zur Verfügung zu stellen. Die Parkplatzbewirtschaftung gilt dort an Werktagen von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Die Parkzeit variiert zwischen 30 Minuten und 3 Stunden.
Die Gemeindevollzugsbedienstete ist unregelmäßig ca. 5 Stunden in der Woche im Einsatz. Dadurch ergeben sich Personalkosten von ca. 4.500 € pro Jahr die in Gottmadingen durch Einnahmen aus Verwarnungen ausgeglichen werden können. Die Überwachung erfolgt in erster Linie in der „Blaue Zone“ und der übrige „Ruhende Verkehr“ wird nur sporadisch kontrolliert.
Bürger und Einzelhandel stehen nach anfänglichen Bedenken heute voll hinter dem Konzept der Parkraumbewirtschaftung durch die „Blaue Zone“, wie Hansjörg Renner und Uwe Achilles bei ihrem Besuch in Gottmadingen vom stellvertretenden Bürgermeister Georg Ruf erfahren haben. Tagsüber stehen ausreichend Parkplätze für die Kunden zur Verfügung und gerade der Einzelhandel habe den guten Erfolg der Maßnahme anerkannt.
Die Vertreter der Umweltgruppe und die SPD sind der Auffassung, dass das Konzept von Gottmadingen sich in Markdorf entsprechend umsetzen lässt.

für die Umweltgruppe Markdorf Hansjörg Renner, Fraktionssprecher

für die SPD Uwe Achilles

 
 

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